All die verdammt perfekten Tage

all-die-verdammt-perfekten-tage

Hey! =)

„All die verdammt perfekten Tage“ habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen und mich riesig darauf gefreut. Da es sehr viele sehr überzeugte Rezensionen gibt und der Klappentext interessant klang, habe ich ein ergreifendes, herzzerreißendes Buch erwartet, wurde allerdings enttäuscht. Warum, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

liebe Grüße,

Lena

 generelles-header-neu

Genre: Liebesroman (Jugendbuch)

Übersetzerin: Alexandra Ernst

Verlag: Limes (Verlagsgruppe Random House)

Einband: flexibel (Paperback)

Preis: 14,99€ (Deutschland)

ISBN: 978-3809026570

Seitenzahl: 400

vergebene Herzen: 2,5/5

autorin-header-neu

Name: Jennifer Niven

Wohnort: Los Angeles

Lebenslauf:

Schreiben zum Hauptberuf im Jahre 2000

begeisterte Menschen mit „All the bright places“ weltweit

Website: www.jenniferniven.com

inhalt-header-neu

Thedore Finch und Violet Markey gehen zwar auf dieselbe Schule, hatten bisher aber nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Violet ist beliebt und Finch gilt als Freak. Doch eines Nachts treffen sie sich auf dem Glockenturm der Schule, beide sind dort mit derselben Absicht: Sie möchten springen. Allerdings kommt es dazu nicht, Finch hält Violet davon ab, ihr Leben zu beenden und danach kann auch er nicht mehr springen. So lernen die beiden sich kennen und machen für „Amerikanische Landeskunde“ ein gemeinsames Schulprojekt, bei dem sie Indiana erforschen und besondere Ort besuchen. Zusammen erleben sie perfekte Tage. Aber während Violet zum ersten Mal nach dem Tod ihrer Schwester wieder die guten Seiten des Lebens sieht, bleiben Finchs Probleme und seine Gedanken über den Tod.

meine-meinung-header-neu

Cover:

Ich finde das Cover einfach wunderschön! Zudem ist es schlicht und passt perfekt zur Geschichte!

Titel:

Genau wie das Cover passt der Titel sehr gut und außerdem klingt er sehr schön, auch wenn ich den englischen Originaltitel (All the bright places) noch ein wenig lieber mag.

Geschichte:

Tja, und hier fingen dann die Probleme an… Der Grundgedanke und die Themen sind ja erstmal wirklich super (Selbstmord, psychische Störungen, zurück ins Leben finden) und es sind viele neue Aspekte dabei, Sachen, die man noch nicht gelesen hat. Doch an der Umsetzung scheitert es dann wirklich. Die meiste Zeit (ca. ¾ des Buches) fehlt die Spannung komplett und einen roten Faden gibt es auch nicht, ich konnte keine Entwicklung feststellen.    Mal passiert hier etwas, mal da und oft gibt es für diese Ereignisse einfach keinen Aufbau, sie passieren ganz plötzlich, ohne dass ich verstanden hätte, wieso. Allerdings waren die letzten 100 Seiten dann richtig gut und berührend und ich war überzeugt, das Buch doch ganz gut bewerten zu können, als ich dann die letzten zwei Seiten las. Ich habe das Ende nämlich erst einmal völlig anders interpretiert, als es vermutlich interpretiert werden soll, weshalb ich sehr, sehr sauer war. Dann habe ich es allerdings noch weitere drei Male gelesen und erkannte, dass es dem Leser wahrscheinlich Hoffnung machen soll. Bei mir ist das jedoch kläglich misslungen.

Charaktere:

Auch hier wird es nicht besser, denn die Charaktere waren für mich eine seeeeehr schwierige Sache. Es wird aus zwei Perspektiven erzählt, doch weder Violet noch Finch waren mir sympathisch und haben mich irgendwann nur noch genervt. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, weshalb ich mit diesem Buch überhaupt nicht warm geworden bin.

Violet war einfach langweilig, stur (sehr nervig!), naiv und selbstmitleidig. Sie weist alle Hilfeversuche ab, redet sich mit „ich bin noch nicht so weit“ heraus, unternimmt nichts und badet in Selbstmitleid. Trotz vier beschriebener Emotionen kam sie emotionslos herüber. All das hat sich auf den letzten 100 Seiten aber gebessert.

Finch hingegen ist schon deutlich interessanter, dafür hatte er im Bezug auf manche Sachen wirklich sehr seltsame Ansichten, die ich nicht nachvollziehen konnte. Ich konnte ihn generell nicht verstehen: Immer wenn er von seiner Krankheit gesprochen hat, habe ich nur Bahnhof verstanden (Was sollen denn bitte „WACH“ und „SCHLAFEN“ bedeuten?), denn es wird rein gar nichts erklärt und wenn man sich bei diesen Themen nicht auskennt, hat man wirklich keine Chance.

Stil:

Mein nächstes Problem… Jennifer Nivens Stil konnte mich nicht wirklich überzeugen, denn er war irgendwie abgehakt und vor allem lässt er selten die Emotionen beim Leser ankommen, die eigentlich beschrieben werden. Ich bin mir allerdings nicht ganz so sicher, ob das nicht auch an der deutschen Übersetzung liegen könnte.

fazit-header-neu

„All die verdammt perfekten Tage“ hat mich persönlich sehr enttäuscht. Oft hat die Spannung gefehlt, die Charaktere haben mich unglaublich genervt und mit dem ziemlich emotionslosen Stil bin ich auch nicht klargekommen.

Die zwei Herzchen gibt es für gute Grundgedanken und berührende letzte 100 Seiten, während denen sich Einiges gebessert hat.

Ich kann das Buch nicht wirklich weiterempfehlen.

herzherzhalbes-herz

Advertisements

4 Kommentare zu „All die verdammt perfekten Tage

  1. Hallo, Lena,

    Erstmal finde ich es sehr mutig von Dir, ein so hoch gelobtes Buch nicht auch hoch zu loben! Mir persönlich hat es gut gefallen, auch Jennifer Niven’s Schreibstil. Ich habe den Verdacht, dass hier einiges der Übersetzung zum Opfer gefallen ist – eine schlechte Übersetzung kann so viel verderben :-(. Ich denke, dass es ein Stilmittel ist, die Symptomatik der Krankheit – SCHLAFEN und WACH SEIN – nicht zu erklären. Es spiegelt für mich die Hilflosigkeit, das Ausgeliefert sein des Protagonisten. Mich hat das Buch sehr berührt, obwohl mich genau diese fehlende Erklärung über weite Strecken auch irritiert hat – ich habe sich auf Auflösung gewartet , aber als sie dann nicht kam, war es auch ok. Bei Violet bist Du auch strenger als ich 😉 – sie ist für mich wie eingefroren durch den Tod ihrer Schwester- das finde ich nachvollziehbar. Ich mag viele Ideen in dem Buch – ich mag sogar den Gedanken, dass Liebe nicht genug ist – weil es die Problematik von psychischen Erkrankungen deutlich macht, aber auch, weil der Zustand des verliebt Seins zwar natürlich eine schöne Sache ist, aber von den eigenen Problemen – egal, ob es sich um so was Dramatisches wie eine psychische Erkrankung oder einfach nur um „normale“ Dinge in der persönlichen Entwicklung handelt, nur vorübergehend ablenken kann. Ich mochte auch Finch. Er ist unsicher, weiß noch nicht, wer er ist oder sein will, und seine Identitätssuche wird nicht nur durch den bescheuerten Vater und seine ganze familiäre Situation, sondern auch noch durch die Erkrankung massiv erschwert, mit der er völlig allein da steht.

    Ich an deiner Stelle würde das Buch (nicht gleich, mit etwas Abstand) nochmal auf Englisch lesen – vielleicht empfindest du es dann anders.

    Ganz liebe Grüße ,

    Chantal

    PS.: muss mich auf WordPress erst registrieren oder meine Anmeldedaten finden ;), aber falls du Kommentare brauchst, kannst Du den Text gern online stellen!

    Von meinem iPhone gesendet

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Chantal,

      über Kommentare freue ich mich immer riesig und ich musste ihn auch nur freischalten, damit er hier erscheint. =)
      Ja, ich denke auch, dass die Übersetzung da Einiges verschlimmert hat, denn die englische Leseprobe fand ich eigentlich sehr gut zu lesen. Deshalb werde ich dem Buch mit Sicherheit irgendwann noch einmal eine zweite Chance geben und es auf Englisch lesen.
      Tja, mein größtes Problem waren tatsächlich die Charaktere… Finch fand ich eigentlich wirklich interessant und er hat auch authentisch gewirkt, aber dass ich ihn nicht nicht verstehen konnte, hat mich wirklich verrückt gemacht. Wenn ich einen Protagonist verstehe, kann ich auch mit ihm mitfühlen, doch hier war das einfach nicht der Fall. Und Violet… Natürlich ist sie eingefroren und natürlich verspürt sie dann auch nicht wirklich irgendetwas, doch trotzdem werde Emotionen beschrieben, die dann aber nicht bei mir angekommen sind. Das größere Problem, das ich mit ihr hatte, war aber tatsächlich ihr Selbstmitleid, denn das war am Anfang noch okay, aber irgendwann hat es mich dann einfach genervt.
      In einem Punkt kann ich dir aber wirklich zustimmen: Die Ideen und eingebrachten Themen waren wirklich sehr interessant und außergewöhnlich, was definitiv einer der beiden Gründe ist, dass das Buch von mir noch 2,5 Herzen bekommen hat.

      Viele Grüße,
      Lena 🙂

      Gefällt mir

  2. Hey Lena!
    Ich finde klasse das du auch mal eine negative Rezension zu dem Buch geschrieben hast, davon gibt es ja noch nicht sehr viele… Mir selber hat das Buch ziemlich gut gefallen, ich habe auch eine Rezension dazu geschrieben, wenn du magst kannst du sie dir ja Mal anschauen. Viele Grüße
    Rosa

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s